Reinheitsgebot

Das Deutsche Reinheitsgebot

Das deutsche Reinheitsgebot gilt als die älteste noch heute gültige lebensmittelrechtliche Vorschrift und damit faktisch auch als das erste Verbraucherschutzgesetz der Welt. Es wurde vom bayrischen Herzog Wilhelm IV. am 23. April 1516 vor dem Landständetag – eine Zusammenkunft von Landadel und Ritterschaft - zu Ingolstadt verkündet und besagt, dass Bier ausschließlich aus Gerste, Hopfen und Wasser gebraut werden darf.

Da zu jener Zeit noch viel gepanscht und mit allerlei Kräutern und Gewürzen experimentiert wurde, führte dieses Gebot wieder zu einem Anstieg der Bierqualität. Gleichwohl hatte der Herzog den Schutz der Biertrinker vor verfälschtem Bier zunächst nicht im Sinn. In Wirklichkeit ging es ihm darum, den bayrischen Gerstenbauern einen krisensicheren Absatzmarkt und den knappen Weizen lediglich für die Brotherstellung zu sichern.

Egal warum, seit dieser Zeit steht das Reinheitsgebot für absolute Bierreinheit und ist gerade heute die zeitgemäße Antwort auf die Furcht des Verbrauchers vor chemischen Zusatzstoffen und Konservierungsmitteln. Es ist schlicht ein herausragendes Qualitätsmerkmal und ein Maßstab, den alle deutschen Brauer, namentlich die Privatbrauerei Gaffel Becker & Co. aus Überzeugung akzeptieren und der inzwischen weltweit Anerkennung gefunden hat.

Das Reinheitsgebot bildet noch heute die Grundlage für das geltende Biersteuergesetz (vorläufiges Biergesetz vom 27.7.1993). Es bestimmt, dass „zur Bereitung von untergärigem Bier nur Gerstenmalz, Hopfen, Hefe und Wasser verwendet werden darf“. Hefe kannte man anno 1516 als Rohstoff noch nicht. Man verließ sich seiner Zeit auf die „luftigen“ natürlichen Gärungsprozesse. Zudem gilt die absolute Einschränkung auf Gerstenmalz nur für untergärige Biere. Für obergärige Biere wie z. B. das Kölsch sind auch Malze aus Weizen oder Roggen zugelassen. – Ihr Gaffel Kölsch wird im übrigen nach klassischer Rezeptur mit Gerstenmalz gebraut.
 

Der Text des Reinheitsgebotes von 1516

Wortlaut damals

Wir verordnen, setzen und wollen mit dem Rat unserer Landschaft, dass forthin überall im Fürstentum Bayern sowohl auf dem lande wie auch in unseren Städten und Märkten, die kein besondere Ordnung dafür haben, von Michaeli bis Georgi ein Maß* oder ein Kopf* Bier für nicht mehr als einen Pfennig Münchener Währung und von Georgi bis Michaeli die Maß für nicht mehr als zwei Pfennig derselben Währung, der Kopf für nicht mehr als drei Heller* bei Androhung unten angeführter Strafe gegeben und ausgeschenkt werden soll. Wo aber einer nicht Märzen-, sondern anderes Bier brauen oder sonst wie haben würde, soll er es keineswegs höher als um einen Pfennig die Maß ausschenken und verkaufen. Ganz besonders wollen wir, dass forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen. Wer diese unsere Anordnung wissentlich übertritt und nicht einhält, dem soll von seiner Gerichtsobrigkeit zur Strafe dieses Fass Bier, so oft es vorkommt, unnachsichtlich weggenommen werden. Wo jedoch ein Gauwirt von einem Bierbräu in unseren Städten, Märkten oder auf dem Lande einen, zwei oder drei Eimer* Bier kauft und wieder ausschenkt an das gemeine Bauernvolk, soll ihm allein und sonst niemandem erlaubt und unverboten sein, die Maß oder den Kopf Bier um einen Heller teurer als oben vorgeschrieben ist, zu geben und auszuschenken.

Wortlaut heute

Wir verordnen, setzen und wollen mit dem Rat unserer Landschaft, dass forthin überall im Fürstentum Bayern sowohl auf dem lande wie auch in unseren Städten und Märkten, die kein besondere Ordnung dafür haben, von Michaeli bis Georgi ein Maß* oder ein Kopf* Bier für nicht mehr als einen Pfennig Münchener Währung und von Georgi bis Michaeli die Maß für nicht mehr als zwei Pfennig derselben Währung, der Kopf für nicht mehr als drei Heller* bei Androhung unten angeführter Strafe gegeben und ausgeschenkt werden soll. Wo aber einer nicht Märzen-, sondern anderes Bier brauen oder sonst wie haben würde, soll er es keineswegs höher als um einen Pfennig die Maß ausschenken und verkaufen. Ganz besonders wollen wir, dass forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen. Wer diese unsere Anordnung wissentlich übertritt und nicht einhält, dem soll von seiner Gerichtsobrigkeit zur Strafe dieses Fass Bier, so oft es vorkommt, unnachsichtlich weggenommen werden. Wo jedoch ein Gauwirt von einem Bierbräu in unseren Städten, Märkten oder auf dem Lande einen, zwei oder drei Eimer* Bier kauft und wieder ausschenkt an das gemeine Bauernvolk, soll ihm allein und sonst niemandem erlaubt und unverboten sein, die Maß oder den Kopf Bier um einen Heller teurer als oben vorgeschrieben ist, zu geben und auszuschenken.


* Bayrische Maß = 1,069 Liter

* Kopf = halbkugelförmiges Geschirr für Flüssigkeiten = nicht ganz eine Maß)

* Heller = gewöhnlich ein halber Pfennig

* Eimer = enthält 60 Maß

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